Herzerkrankungen beim Hund: Symptome, Ursachen und Behandlung
Herzerkrankungen beim Hund können die Herzklappen, den Herzmuskel, den Herzrhythmus oder angeborene Strukturen des Herzens betreffen. Zu den häufigsten erworbenen Herzerkrankungen gehören die degenerative Mitralklappenerkrankung – auch Mitralklappenendokardiose genannt – und die dilatative Kardiomyopathie (DCM).
Welche Symptome auftreten, hängt stark von der Art und dem Stadium der Erkrankung ab. Manche Hunde haben über Jahre ein Herzgeräusch, ohne im Alltag erkennbare Beschwerden zu zeigen. Andere entwickeln eine geringere Belastbarkeit, Husten, eine erhöhte Atemfrequenz, Schwäche oder Atemnot.
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, weil moderne Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten den Verlauf bestimmter Herzerkrankungen deutlich beeinflussen können. Entscheidend ist jedoch immer die genaue Diagnose: „Herzerkrankung“ ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichen Behandlungsstrategien.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.
⚠️ Notfall: Hat Ihr Hund deutliche Atemnot, ringt nach Luft, kollabiert, zeigt bläuliche oder auffällig blasse Schleimhäute oder kann sich aufgrund der Atmung nicht mehr hinlegen und entspannen, benötigt er sofort tierärztliche Hilfe.

Herzerkrankungen beim Hund auf einen Blick
| Frage | Kurzantwort |
|---|---|
| Was sind Herzerkrankungen? | Erkrankungen der Herzklappen, des Herzmuskels, des Herzrhythmus oder angeborener Herzstrukturen |
| Häufige Erkrankungen | Degenerative Mitralklappenerkrankung, dilatative Kardiomyopathie, Rhythmusstörungen und angeborene Herzfehler |
| Mögliche Symptome | Geringere Belastbarkeit, erhöhte Atemfrequenz, Husten, Schwäche, Unruhe, Ohnmacht oder Atemnot |
| Besonders betroffen | Je nach Erkrankung vor allem ältere kleine Hunde oder bestimmte große Hunderassen |
| Diagnose | Abhören, Herzultraschall, Röntgen, EKG und gegebenenfalls Blutuntersuchungen |
| Behandlung | Abhängig von Erkrankung und Stadium; häufig Medikamente und regelmäßige Verlaufskontrollen |
| Heilbar? | Viele erworbene Herzerkrankungen sind chronisch, können aber oft über längere Zeit behandelt und kontrolliert werden |
| Notfall? | Atemnot, Kollaps und bläuliche Schleimhäute sind akute Warnzeichen |
Was ist eine Herzerkrankung beim Hund?
Das Herz ist die zentrale Pumpe des Kreislaufs. Es transportiert Blut durch den Körper und sorgt dafür, dass Organe und Gewebe kontinuierlich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Damit das funktioniert, müssen verschiedene Strukturen zusammenspielen:
- der Herzmuskel erzeugt die Pumpkraft,
- die Herzklappen lenken den Blutstrom,
- das elektrische Reizleitungssystem steuert den Herzrhythmus,
- die Blutgefäße transportieren das Blut durch Lunge und Körper.
Eine Herzerkrankung kann eine oder mehrere dieser Funktionen beeinträchtigen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer Herzerkrankung und einer Herzinsuffizienz:
Eine Herzerkrankung kann bereits bestehen, ohne dass der Hund erkennbare Beschwerden hat.
Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn die Herzerkrankung so weit fortgeschritten ist, dass das Herz die Anforderungen des Körpers nicht mehr ausreichend kompensieren kann und klinische Beschwerden entstehen.
Welche Herzerkrankungen kommen bei Hunden häufig vor?
Degenerative Mitralklappenerkrankung
Die degenerative Mitralklappenerkrankung – häufig auch Mitralklappenendokardiose oder MMVD genannt – gehört zu den wichtigsten erworbenen Herzerkrankungen des Hundes.
Die Mitralklappe befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Durch degenerative Veränderungen schließt sie zunehmend schlechter. Dadurch kann bei jedem Herzschlag Blut zurück in den linken Vorhof strömen.
Die Erkrankung betrifft besonders häufig ältere Hunde kleiner und mittelgroßer Rassen.
Ein typischer erster Befund ist ein Herzgeräusch, das der Tierarzt beim Abhören feststellt.
Die Erkrankung kann über längere Zeit ohne sichtbare Beschwerden verlaufen. Bei einem Teil der Hunde kommt es im weiteren Verlauf zu einer Vergrößerung des Herzens und schließlich zu einer Herzinsuffizienz.
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
Bei der dilatativen Kardiomyopathie ist vor allem der Herzmuskel betroffen. Die Pumpkraft des Herzens nimmt ab und die Herzkammern können sich erweitern.
DCM tritt besonders bei bestimmten großen und sehr großen Hunderassen auf.
Zu den besonders bekannten Risikorassen gehören:
- Dobermann
- Deutsche Dogge
- Irischer Wolfshund
Auch andere Rassen können betroffen sein.
Bei manchen Hunden treten zunächst Herzrhythmusstörungen auf, bevor eine deutliche Pumpschwäche erkennbar wird. Deshalb kann je nach Rasse und Verdacht neben dem Herzultraschall auch ein Langzeit-EKG sinnvoll sein.
Herzrhythmusstörungen
Das Herz besitzt ein eigenes elektrisches Reizleitungssystem. Störungen dieses Systems können dazu führen, dass das Herz:
- zu schnell schlägt,
- zu langsam schlägt,
- unregelmäßig schlägt.
Nicht jede Rhythmusabweichung ist gleich gefährlich. Bestimmte Herzrhythmusstörungen können jedoch die Pumpleistung beeinträchtigen oder zu Schwäche und Kollaps führen.
Angeborene Herzfehler
Manche Hunde werden mit einer strukturellen Veränderung des Herzens oder der großen Gefäße geboren.
Dazu gehören beispielsweise:
- Pulmonalstenose
- Aortenstenose beziehungsweise Subaortenstenose
- persistierender Ductus arteriosus
- angeborene Klappenfehlbildungen
Angeborene Herzfehler können bereits bei Welpen oder jungen Hunden durch ein Herzgeräusch auffallen.
Je nach Art des Herzfehlers sind regelmäßige Kontrollen, Medikamente oder spezielle Eingriffe möglich.
Welche Symptome können auf eine Herzerkrankung hinweisen?
Die Symptome einer Herzerkrankung können sehr unterschiedlich sein. Besonders in frühen Stadien zeigen viele Hunde keine für den Halter erkennbaren Beschwerden.
Frühe mögliche Anzeichen
Mögliche Veränderungen sind:
- geringere Ausdauer
- schnelleres Ermüden
- weniger Freude an intensiver Bewegung
- längere Erholung nach Belastung
- ungewöhnliche Unruhe
- veränderte Atmung im Schlaf
- Husten
- ein beim Tierarzt festgestelltes Herzgeräusch
Diese Symptome sind nicht spezifisch für das Herz. Auch Erkrankungen der Atemwege, Schmerzen, Übergewicht, Blutarmut oder andere Probleme können ähnliche Beschwerden verursachen.
Symptome bei fortgeschrittener Herzerkrankung
Bei einer fortschreitenden Erkrankung können auftreten:
- deutlich reduzierte Belastbarkeit
- schnelle oder erschwerte Atmung
- erhöhte Atemfrequenz in Ruhe oder im Schlaf
- Husten
- nächtliche Unruhe
- Schwäche
- kurze Ohnmachtsanfälle oder Kollaps
- Gewichtsverlust
- Muskelabbau
- verminderter Appetit
- vergrößerter Bauchumfang durch Flüssigkeitsansammlung
Welche Symptome auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche Seite des Herzens betroffen ist und welche Herzerkrankung zugrunde liegt.
Ist Husten beim Hund immer ein Zeichen für eine Herzerkrankung?
Nein. Husten kann viele Ursachen haben.
Dazu gehören beispielsweise:
- Erkrankungen der Atemwege
- chronische Bronchitis
- Infektionen
- Trachealkollaps
- Veränderungen im Bereich von Kehlkopf und Luftröhre
- Herzerkrankungen
Gerade bei älteren kleinen Hunden können Herz- und Atemwegserkrankungen gleichzeitig vorkommen.
Deshalb sollte ein Hund mit anhaltendem oder wiederkehrendem Husten nicht allein aufgrund des Symptoms als herzkrank eingestuft werden.
⚠️ Welche Symptome sind ein Notfall?
Sofortige tierärztliche Hilfe ist notwendig, wenn Ihr Hund:
- deutlich um Luft ringt,
- mit starkem Einsatz der Bauchmuskulatur atmet,
- aufgrund der Atemnot nicht zur Ruhe kommt,
- den Hals beim Atmen auffällig nach vorne streckt,
- bläuliche oder sehr blasse Schleimhäute zeigt,
- plötzlich zusammenbricht und sich nicht rasch erholt,
- starke Schwäche oder einen deutlich verschlechterten Allgemeinzustand zeigt.
Bei Atemnot sollte der Hund möglichst wenig belastet und nicht unnötig aufgeregt werden. Kontaktieren Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik und kündigen Sie den Notfall nach Möglichkeit telefonisch an.
📌 Wie erkenne ich, ob mein herzkranker Hund schlechter Luft bekommt?
Eine der hilfreichsten Beobachtungen für Hundehalter ist die Atemfrequenz im Schlaf oder in vollständiger Ruhe.
Wenn Ihr Hund ruhig schläft, können Sie beobachten, wie oft sich sein Brustkorb innerhalb einer Minute hebt und senkt.
Ein Heben und Senken entspricht einem Atemzug.
So können Sie vorgehen:
- Warten Sie, bis Ihr Hund wirklich ruhig schläft.
- Zählen Sie die Atemzüge für 30 Sekunden.
- Multiplizieren Sie die Zahl mit zwei.
- Notieren Sie den Wert regelmäßig.
Wichtiger als ein einzelner Wert ist häufig die Entwicklung über mehrere Tage. Steigt die Atemfrequenz eines bereits herzkranken Hundes wiederholt über seinen persönlichen Normalbereich, sollte die behandelnde Tierarztpraxis kontaktiert werden.
Als häufig verwendeter Orientierungswert gilt bei ruhig schlafenden Hunden eine Atemfrequenz von unter etwa 30 Atemzügen pro Minute. Einzelne Abweichungen können vorkommen. Wiederholt erhöhte oder deutlich steigende Werte müssen jedoch tierärztlich eingeordnet werden.
Bei sichtbarer Atemnot sollten Sie nicht erst weiterzählen oder abwarten, sondern sofort tierärztliche Hilfe suchen.
Welche Hunderassen sind besonders häufig betroffen?
Welche Rassen ein erhöhtes Risiko haben, hängt von der jeweiligen Herzerkrankung ab.
Degenerative Mitralklappenerkrankung
Besonders bekannt ist eine erhöhte Veranlagung beim:
Auch andere kleine und mittelgroße Rassen können häufiger betroffen sein, darunter:
Die Erkrankung tritt besonders häufig im mittleren und höheren Alter auf.
Dilatative Kardiomyopathie
Eine erhöhte Bedeutung hat die DCM unter anderem bei:
Auch verschiedene andere große und sehr große Hunderassen können betroffen sein.
Gerade beim Dobermann kann die Erkrankung über längere Zeit verborgen verlaufen. Bei gefährdeten Hunden können deshalb regelmäßige kardiologische Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sein.
Diagnose: Wie untersucht der Tierarzt das Herz?
Die Diagnostik richtet sich nach Symptomen, Alter, Rasse und Verdachtsdiagnose.

Abhören des Herzens
Mit dem Stethoskop beurteilt der Tierarzt:
- Herzfrequenz
- Herzrhythmus
- mögliche Herzgeräusche
Ein Herzgeräusch ist zunächst ein Befund und noch keine vollständige Diagnose. Für die genaue Ursache können weitere Untersuchungen notwendig sein.
Herzultraschall
Die Echokardiografie gehört zu den wichtigsten Untersuchungen bei vielen Herzerkrankungen.
Mit dem Herzultraschall können unter anderem beurteilt werden:
- Größe der Herzkammern und Vorhöfe
- Funktion des Herzmuskels
- Herzklappen
- Blutfluss
- bestimmte angeborene Veränderungen
Röntgen des Brustkorbs
Röntgenaufnahmen können helfen, die Größe und Form des Herzens sowie Lunge und Atemwege zu beurteilen.
Sie sind besonders wichtig, wenn geklärt werden soll, ob sich Flüssigkeit in der Lunge angesammelt hat oder ob eine andere Ursache für Husten oder Atemprobleme vorliegen könnte.
Elektrokardiogramm und Langzeit-EKG
Ein EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf.
Bei nur zeitweise auftretenden Rhythmusstörungen kann ein Langzeit-EKG über viele Stunden deutlich aussagekräftiger sein als eine kurze Untersuchung in der Praxis.
Blutuntersuchungen
Blutuntersuchungen können helfen:
- Begleiterkrankungen zu erkennen,
- Organfunktionen zu beurteilen,
- die Verträglichkeit bestimmter Medikamente zu überwachen,
- in ausgewählten Fällen Herz-Biomarker zu bestimmen.
Wie werden Herzerkrankungen beim Hund behandelt?
Die Behandlung hängt vollständig von der Diagnose und dem Stadium ab.
Ein Hund mit einem leichten Herzgeräusch benötigt möglicherweise zunächst nur regelmäßige Kontrollen. Ein Hund mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann dagegen mehrere Medikamente und engmaschige Untersuchungen benötigen.
Je nach Erkrankung können zum Einsatz kommen:
- Medikamente zur Unterstützung der Herzfunktion
- entwässernde Medikamente bei Flüssigkeitsansammlungen
- Medikamente zur Beeinflussung bestimmter hormoneller Regulationssysteme
- Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen
- angepasste Ernährung
- kontrollierte Bewegung
- regelmäßige kardiologische Kontrollen
- bei bestimmten angeborenen Herzfehlern interventionelle oder chirurgische Verfahren
Die Behandlung wird individuell an Diagnose und Stadium angepasst.
Besonders wichtig ist: Nicht jedes Herzgeräusch und nicht jede Herzerkrankung wird automatisch mit denselben Medikamenten behandelt.
Warum ist das Stadium der Erkrankung wichtig?
Herzerkrankungen können sich über Jahre entwickeln.
Bei der degenerativen Mitralklappenerkrankung wird beispielsweise zwischen verschiedenen Stadien unterschieden. Vereinfacht reicht das Spektrum von:
- einem erhöhten Erkrankungsrisiko,
- über eine nachweisbare Herzerkrankung ohne Symptome,
- bis zu einer klinischen Herzinsuffizienz.
Innerhalb der symptomfreien Phase ist unter anderem entscheidend, ob bereits eine relevante Herzvergrößerung besteht.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Studien gezeigt haben, dass bei bestimmten Hunden mit präklinischer Mitralklappenerkrankung und nachgewiesener Herzvergrößerung eine medikamentöse Behandlung den Zeitpunkt bis zum Auftreten einer Herzinsuffizienz hinauszögern kann.
Deshalb sollte die Entscheidung über eine Behandlung nicht allein anhand eines Herzgeräusches getroffen werden.
Bewegung bei einem herzkranken Hund
Ein herzkranker Hund muss nicht automatisch vollständig geschont werden.
Wie viel Bewegung sinnvoll ist, hängt ab von:
- Art der Herzerkrankung
- Stadium
- Herzrhythmus
- Symptomen
- Alter
- Begleiterkrankungen
Bei stabilen Hunden kann regelmäßige, moderate Bewegung zum Erhalt von Muskulatur, Mobilität und Lebensqualität beitragen.
Häufig sinnvoll sind:
- gleichmäßige Spaziergänge
- ein ruhiges, angepasstes Tempo
- Pausen nach Bedarf
- Vermeidung extremer Hitze
- Beobachtung der Erholung nach Belastung
Der Hund sollte nicht zu intensiver Aktivität gedrängt werden.
Brechen Sie eine Belastung ab und lassen Sie den Hund untersuchen, wenn dabei:
- deutliche Atemprobleme,
- starke Schwäche,
- ungewöhnlich lange Erholung,
- Taumeln,
- oder ein Kollaps
auftreten.
Bei diagnostizierter Herzerkrankung sollte die individuelle Belastbarkeit mit dem behandelnden Tierarzt oder Kardiologen besprochen werden.
Ernährung und Körpergewicht
Ein gesundes Körpergewicht ist auch bei Herzerkrankungen wichtig.
Übergewicht kann:
- die körperliche Belastung erhöhen,
- Bewegung erschweren,
- die Atmung zusätzlich beeinträchtigen.
Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann dagegen ungewollter Gewichts- und Muskelverlust auftreten.
Deshalb sollte nicht nur das Gewicht, sondern auch die Muskulatur und Körperzusammensetzung beobachtet werden.
Spezielle Ernährungsmaßnahmen hängen von der konkreten Erkrankung und dem Stadium ab. Eigenständige extreme Salzrestriktionen oder hoch dosierte Nahrungsergänzungen sind nicht grundsätzlich sinnvoll und sollten mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden.
Ist eine Herzerkrankung beim Hund heilbar?
Das hängt von der genauen Erkrankung ab.
Viele erworbene Herzerkrankungen wie die degenerative Mitralklappenerkrankung oder eine dilatative Kardiomyopathie sind chronisch und werden langfristig begleitet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund unmittelbar schwer krank ist.
Manche Herzerkrankungen verlaufen über Jahre langsam. Durch regelmäßige Kontrollen kann erkannt werden, wann sich das Stadium verändert und eine Behandlung angepasst werden sollte.
Bestimmte angeborene Herzfehler können dagegen in geeigneten Fällen durch spezialisierte Eingriffe behandelt oder korrigiert werden.
Wie ist die Lebenserwartung bei einem herzkranken Hund?
Eine pauschale Lebenserwartung lässt sich nicht seriös angeben.
Entscheidend sind:
- Art der Herzerkrankung
- Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose
- Geschwindigkeit des Fortschreitens
- Herzgröße und Herzfunktion
- Auftreten einer Herzinsuffizienz
- mögliche Rhythmusstörungen
- Ansprechen auf die Behandlung
- Alter und weitere Erkrankungen
Ein Hund mit einem Herzgeräusch ohne klinische Beschwerden kann eine völlig andere Prognose haben als ein Hund mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz.
Deshalb sollte die Prognose immer anhand der konkreten Diagnose und des individuellen Befundes besprochen werden.

Was können Sie selbst für Ihren herzkranken Hund tun?
Medikamente zuverlässig geben
Herzmedikamente sollten genau nach tierärztlicher Anweisung gegeben werden.
Ändern Sie Dosierungen nicht eigenständig und setzen Sie Medikamente nicht ab, nur weil Ihr Hund vorübergehend wieder fitter wirkt.
Atemfrequenz beobachten
Bei bestimmten Herzerkrankungen kann die regelmäßige Messung der Atemfrequenz im Schlaf helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Notieren Sie die Werte oder nutzen Sie eine einfache Tabelle.
Veränderungen dokumentieren
Achten Sie auf:
- Belastbarkeit
- Atmung
- Husten
- Schlaf und nächtliche Unruhe
- Appetit
- Körpergewicht
- Muskelabbau
- Schwäche oder Kollaps
Kontrolltermine einhalten
Eine Herzerkrankung kann sich verändern, obwohl der Hund im Alltag noch relativ stabil wirkt.
Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, das Stadium neu zu beurteilen und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen.
Hitze und extreme Belastung vermeiden
Hohe Temperaturen können Herz und Kreislauf zusätzlich belasten.
Spaziergänge sollten bei Hitze möglichst in die kühleren Tageszeiten verlegt werden.
Regeneration und Wohlbefinden bei Herzerkrankungen
Bei einem herzkranken Hund steht die gezielte tierärztliche Behandlung der Herzerkrankung im Mittelpunkt. Gleichzeitig spielen im Alltag auch Erholung, angepasste Bewegung, Muskulatur und allgemeines Wohlbefinden eine wichtige Rolle.
Je nach Erkrankung und Stadium kann die körperliche Belastbarkeit eingeschränkt sein. Der Hund benötigt dann ein gutes Gleichgewicht zwischen Aktivität und Erholung.
Ziele der begleitenden Unterstützung können sein:
- vorhandene Mobilität möglichst lange erhalten,
- Überforderung vermeiden,
- ausreichende Erholungsphasen ermöglichen,
- Muskulatur im Rahmen der Belastbarkeit unterstützen,
- Stress reduzieren,
- das allgemeine Wohlbefinden fördern.
Gerade bei chronischen Erkrankungen ist die Lebensqualität ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Betreuung.
Warum ist die Mikrozirkulation wichtig?
Die Mikrozirkulation bezeichnet den Blutfluss in den kleinsten Blutgefäßen des Körpers.
In diesem fein verzweigten Gefäßsystem findet ein wesentlicher Teil des Stoffaustauschs statt: Sauerstoff und Nährstoffe gelangen zum Gewebe, während Stoffwechselprodukte abtransportiert werden.
Eine funktionierende Mikrozirkulation ist deshalb eine wichtige Grundlage für:
- die Versorgung von Gewebe,
- Muskelarbeit,
- Stoffwechselprozesse,
- natürliche Regeneration,
- allgemeines körperliches Wohlbefinden.
Gerade bei älteren Hunden oder Hunden mit eingeschränkter körperlicher Aktivität kann die Unterstützung von Regeneration und allgemeinem Wohlbefinden ein sinnvoller Bestandteil der täglichen Begleitung sein.
BEMER Dog Line bei einem herzkranken Hund
Die BEMER Dog Line nutzt ein physikalisches Signal zur Stimulation der Mikrozirkulation und kann unkompliziert in den Alltag des Hundes integriert werden.
Bei einem Hund mit einer Herzerkrankung steht dabei nicht die Behandlung der Herzerkrankung selbst im Vordergrund. Interessant ist vielmehr die Einbindung in ein umfassendes Konzept zur Begleitung von:
- Regeneration,
- allgemeinem Wohlbefinden,
- altersgerechter Aktivität,
- Erholungsphasen,
- und Lebensqualität.
Für Hundehalter kann die BEMER Dog Line deshalb besonders interessant sein, wenn sie ihren Hund neben der tierärztlichen Herztherapie auch im Alltag umfassend begleiten möchten.
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BEMER für meinen herzkranken Hund kennenlernen
Hinweis: Bei einer diagnostizierten Herzerkrankung sollte die Anwendung ergänzender physikalischer Maßnahmen vorab mit dem behandelnden Tierarzt oder Tierkardiologen abgestimmt werden. Die BEMER Dog Line ersetzt keine kardiologische Diagnostik oder notwendige Behandlung.
Wann muss mein Hund zum Tierarzt?
Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin, wenn:
- Ihr Hund schneller ermüdet als früher,
- seine Belastbarkeit langsam abnimmt,
- wiederholt Husten auftritt,
- ein Herzgeräusch festgestellt wurde,
- Sie Veränderungen der Atmung bemerken,
- Ihr Hund zu einer Rasse mit erhöhtem Risiko für bestimmte Herzerkrankungen gehört.
Lassen Sie Ihren Hund zeitnah untersuchen, wenn:
- die Atemfrequenz im Schlaf wiederholt über dem persönlichen Normalbereich liegt,
- Husten deutlich zunimmt,
- Ihr Hund ungewöhnlich schwach wirkt,
- kurze Ohnmachtsanfälle auftreten,
- sich eine bekannte Herzerkrankung erkennbar verschlechtert,
- Medikamente nicht mehr wie gewohnt zu wirken scheinen.
Suchen Sie sofort tierärztliche Hilfe, wenn:
- deutliche Atemnot besteht,
- Ihr Hund um Luft ringt,
- die Schleimhäute bläulich oder auffällig blass sind,
- Ihr Hund kollabiert und sich nicht rasch erholt,
- er aufgrund seiner Atmung nicht mehr zur Ruhe kommt,
- sich sein Zustand innerhalb kurzer Zeit stark verschlechtert.
Häufige Fragen zu Herzerkrankungen beim Hund
Woran erkenne ich, ob mein Hund herzkrank ist?
Eine Herzerkrankung kann lange ohne sichtbare Symptome bestehen. Mögliche Hinweise sind ein Herzgeräusch, geringere Belastbarkeit, Husten, erhöhte Atemfrequenz, Schwäche oder Kollaps. Eine sichere Diagnose erfordert eine tierärztliche Untersuchung.
Ist Husten beim Hund immer ein Zeichen für Herzprobleme?
Nein. Husten kann auch durch Erkrankungen der Atemwege oder der Luftröhre verursacht werden. Die Ursache sollte insbesondere bei anhaltendem oder zunehmendem Husten tierärztlich abgeklärt werden.
Wie hoch darf die Atemfrequenz eines Hundes im Schlaf sein?
Bei ruhig schlafenden Hunden wird häufig ein Wert von unter etwa 30 Atemzügen pro Minute als Orientierung verwendet. Wichtiger als eine einzelne Messung ist jedoch die Entwicklung über mehrere Tage. Bei einem herzkranken Hund sollte der individuelle Ziel- und Warnbereich mit der behandelnden Praxis abgestimmt werden.
Darf ein herzkranker Hund noch spazieren gehen?
Viele stabile herzkranke Hunde dürfen und sollen sich weiterhin angepasst bewegen. Intensität und Dauer hängen jedoch von Erkrankung und Stadium ab. Bei Atemnot, Kollaps oder starker Schwäche muss die Belastung sofort beendet und tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Ist ein Herzgeräusch bereits eine Herzinsuffizienz?
Nein. Ein Herzgeräusch ist ein Befund, der auf einen veränderten Blutfluss hinweisen kann. Viele Hunde mit einem Herzgeräusch haben noch keine Herzinsuffizienz. Weitere Untersuchungen können klären, welche Erkrankung vorliegt und wie weit sie fortgeschritten ist.
Kann eine Herzerkrankung beim Hund geheilt werden?
Das hängt von der Diagnose ab. Viele erworbene Herzerkrankungen sind chronisch und werden langfristig behandelt. Bestimmte angeborene Herzfehler können in geeigneten Fällen durch spezialisierte Eingriffe behandelt werden.
Wie lange kann ein Hund mit einer Herzerkrankung leben?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Hunde leben über Jahre mit einer stabilen Herzerkrankung, während andere Erkrankungen schneller fortschreiten. Diagnose, Stadium, Herzfunktion, Rhythmusstörungen und Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen die Prognose.
Welche Hunderassen sind besonders anfällig?
Das hängt von der Erkrankung ab. Der Cavalier King Charles Spaniel hat beispielsweise eine besondere Veranlagung für die degenerative Mitralklappenerkrankung. Beim Dobermann spielt die dilatative Kardiomyopathie eine besonders wichtige Rolle.
Kann ich die Herzgesundheit meines Hundes zu Hause überwachen?
Sie können die tierärztliche Kontrolle sinnvoll ergänzen, indem Sie Atemfrequenz im Schlaf, Belastbarkeit, Husten, Appetit, Gewicht und mögliche Schwächeanfälle dokumentieren. Eine Diagnose oder medizinische Verlaufskontrolle ersetzt dies jedoch nicht.
Quellen, Leitlinien und weiterführende Fachinformationen
Die folgenden Quellen bilden wichtige fachliche Grundlagen für die Einordnung von Herzerkrankungen beim Hund.
1. ACVIM Consensus Guidelines zur degenerativen Mitralklappenerkrankung
Keene BW, Atkins CE, Bonagura JD et al. (2019):
ACVIM consensus guidelines for the diagnosis and treatment of myxomatous mitral valve disease in dogs.
Journal of Veterinary Internal Medicine, 33(3), 1127–1140.
Die Konsensusleitlinie beschreibt Diagnostik, Stadieneinteilung und Behandlung der myxomatösen Mitralklappenerkrankung beim Hund.
Wichtige Themen für diese Seite:
- Unterscheidung verschiedener Krankheitsstadien
- Bedeutung von Herzvergrößerung
- Diagnostik und Verlaufskontrolle
- Behandlung in Abhängigkeit vom Stadium
2. EPIC-Studie zu präklinischer Mitralklappenerkrankung
Boswood A, Häggström J, Gordon SG et al. (2016):
Effect of Pimobendan in Dogs with Preclinical Myxomatous Mitral Valve Disease and Cardiomegaly: The EPIC Study – A Randomized Clinical Trial.
Journal of Veterinary Internal Medicine, 30(6), 1765–1779.
Die randomisierte EPIC-Studie untersuchte Hunde mit präklinischer Mitralklappenerkrankung und nachgewiesener Herzvergrößerung. Die Ergebnisse zeigten, dass Pimobendan den Zeitraum bis zum Auftreten einer Herzinsuffizienz oder eines kardial bedingten Todes verlängern konnte.
Wichtige Einordnung:
Die Ergebnisse gelten für eine klar definierte Patientengruppe und bedeuten nicht, dass jeder Hund mit einem Herzgeräusch automatisch behandelt werden sollte.
3. Fachinformationen zur dilatativen Kardiomyopathie
Für die DCM sind insbesondere veterinärkardiologische Fachliteratur und rassespezifische Screening-Empfehlungen relevant.
Bei prädisponierten Rassen wie dem Dobermann können Herzultraschall und Langzeit-EKG eine wichtige Rolle bei der Früherkennung spielen.
4. Fachinformationen zur Atemfrequenz bei Herzpatienten
Die Beobachtung der Atemfrequenz im Schlaf beziehungsweise in Ruhe wird in der veterinärkardiologischen Betreuung als hilfreiche Möglichkeit genutzt, Veränderungen bei Hunden mit einem Risiko für kongestive Herzinsuffizienz zu erkennen.
Entscheidend ist neben Orientierungswerten insbesondere die Veränderung gegenüber dem individuellen Normalwert des Hundes.
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