Berner Sennenhund: typische Krankheiten, Symptome und Vorsorge

Der Berner Sennenhund beeindruckt mit seinem freundlichen Wesen, seiner Gelassenheit und seiner engen Bindung an seine Familie. Trotz seiner imposanten Erscheinung gilt er als sanfter und ausgeglichener Begleiter. Gleichzeitig gehört der Berner Sennenhund jedoch zu den großen Hunderassen, bei denen bestimmte gesundheitliche Probleme häufiger auftreten können.

Besonders Erkrankungen des Bewegungsapparates spielen eine wichtige Rolle. Hüft- und Ellenbogendysplasie, Arthrose und Kreuzbandverletzungen können die Beweglichkeit im Laufe des Lebens einschränken. Darüber hinaus besteht bei großen, tiefbrüstigen Hunden ein erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. Auch bestimmte Tumorerkrankungen treten beim Berner Sennenhund häufiger auf als bei vielen anderen Hunderassen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Berner Sennenhund automatisch erkrankt. Eine verantwortungsvolle Zucht, ein gesundes Körpergewicht, angepasste Bewegung und regelmäßige tierärztliche Vorsorge können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und gesundheitliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Krankheiten beim Berner Sennenhund häufiger auftreten können, welche Warnzeichen Sie kennen sollten und welche weiterführenden Informationen Ihnen helfen können.

Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Zeigt Ihr Hund Schmerzen, Lahmheit, Kreislaufprobleme oder andere auffällige Symptome, sollte er tierärztlich untersucht werden.

Zur Übersicht Hunderassen und typische Krankheiten

Berner Sennenhund im Überblick

MerkmalInformation
HerkunftSchweiz
FCI-GruppeSennenhunde – Gruppe 2
Schulterhöheca. 58–70 cm
Gewichtca. 35–55 kg
Lebenserwartungetwa 7–10 Jahre
BewegungsbedarfMittel
FellpflegeHoch
Geeignet fürFamilien, aktive Menschen
typische Krankheiten und Gesundheit beim Berner Sennenhund

Gesundheitsprofil des Berner Sennenhundes

GesundheitsbereichRelevanzWarum?
HüfteHochHüftdysplasie tritt vergleichsweise häufig auf.
EllenbogenHochEllenbogendysplasie gehört ebenfalls zu den bekannten Erkrankungen.
GelenkeHochArthrose entwickelt sich häufig im höheren Alter oder als Folge anderer Gelenkerkrankungen.
KnieMittelKreuzbandverletzungen kommen bei großen Hunden häufiger vor.
MagenHochDas Risiko einer Magendrehung ist bei tiefbrüstigen Hunden erhöht.
TumorerkrankungenHochBestimmte Krebsarten treten beim Berner Sennenhund häufiger auf.
ÜbergewichtMittelErhöht die Belastung von Gelenken und Bändern zusätzlich.

Warum treten bestimmte Krankheiten beim Berner Sennenhund häufiger auf?

Der Berner Sennenhund gehört zu den großen und kräftigen Hunderassen. Sein Körpergewicht belastet Hüften, Ellenbogen und Knie stärker als bei kleineren Hunden. Liegt zusätzlich eine genetische Veranlagung vor, können sich Gelenkerkrankungen bereits im jungen Erwachsenenalter entwickeln.

Mit zunehmendem Alter steigt außerdem das Risiko für Arthrose und andere Verschleißerkrankungen. Gleichzeitig gehören Berner Sennenhunde zu den Rassen, bei denen bestimmte Tumorerkrankungen vergleichsweise häufig diagnostiziert werden. Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen zudem Magen-Darm-Notfälle wie die Magendrehung, die schnelles tierärztliches Handeln erfordert.

Gut zu wissen: Viele Berner Sennenhunde wirken lange gelassen und zeigen Schmerzen oft erst spät. Bereits kleine Veränderungen im Bewegungsverhalten oder Allgemeinbefinden sollten deshalb ernst genommen werden.

Die häufigsten Krankheiten beim Berner Sennenhund

Hüftdysplasie (HD)

Die Hüftdysplasie zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Berner Sennenhund. Durch eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks kann es langfristig zu Schmerzen und Arthrose kommen.

Erste Warnzeichen

  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • steifer Gang
  • verminderte Spielfreude
  • ungern Treppen steigen
  • Probleme beim Springen
  • geringere Ausdauer

➡️ Weiterlesen: Hüftdysplasie beim Hund

Ellenbogendysplasie (ED)

Auch Erkrankungen des Ellenbogengelenks kommen beim Berner Sennenhund vergleichsweise häufig vor.

Mögliche Hinweise

  • Lahmheit der Vordergliedmaßen
  • Schonhaltung
  • Schmerzen nach Belastung
  • Steifheit nach Ruhephasen
  • verminderte Belastbarkeit

➡️ Weiterlesen: Ellenbogendysplasie beim Hund

Arthrose

Arthrose entwickelt sich häufig als Folge von Hüft- oder Ellenbogendysplasie oder altersbedingtem Gelenkverschleiß.

Typische Anzeichen

  • langsames Aufstehen
  • morgendliche Steifheit
  • kürzere Spaziergänge
  • Schmerzen nach Belastung
  • häufigeres Hinlegen

➡️ Weiterlesen: Arthrose beim Hund

Kreuzbandverletzungen

Das hohe Körpergewicht belastet die Kniegelenke erheblich. Kreuzbandverletzungen können daher auch beim Berner Sennenhund auftreten.

Warnzeichen

  • plötzliches Humpeln
  • Entlastung eines Hinterbeins
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Schmerzen im Kniebereich

➡️ Weiterlesen: Kreuzbandriss beim Hund

Magendrehung

Die Magendrehung zählt zu den gefährlichsten Notfällen bei großen, tiefbrüstigen Hunden. Ohne schnelle tierärztliche Behandlung besteht Lebensgefahr.

Typische Warnzeichen

  • aufgeblähter Bauch
  • starke Unruhe
  • erfolgloses Erbrechen oder Würgen
  • starkes Hecheln
  • Kreislaufschwäche
  • Speicheln

Wichtig: Der Verdacht auf eine Magendrehung ist immer ein tiermedizinischer Notfall. Warten Sie nicht ab, sondern fahren Sie sofort in eine Tierklinik.

➡️ Weiterlesen: Magendrehung beim Hund

📌 Kann ich einer Magendrehung vorbeugen?

Eine vollständige Vorbeugung ist leider nicht möglich.

Mehrere kleinere Mahlzeiten, Ruhe nach dem Fressen und das Vermeiden intensiver Bewegung direkt nach der Fütterung gelten jedoch als sinnvolle Maßnahmen, um das Risiko möglicherweise zu verringern.

Tumorerkrankungen

Beim Berner Sennenhund treten bestimmte Tumorerkrankungen häufiger auf als bei vielen anderen Hunderassen. Dazu gehören unter anderem das histiozytäre Sarkom sowie weitere Krebsarten.

Mögliche Warnzeichen

  • neu auftretende Knoten
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Schwellungen
  • anhaltende Müdigkeit

Nicht jede Schwellung ist bösartig. Veränderungen sollten dennoch möglichst früh tierärztlich abgeklärt werden.

➡️ Weiterlesen: Tumorerkrankungen beim Hund

Frühe Warnzeichen beim Berner Sennenhund

Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben zunächst unbemerkt. Gerade Berner Sennenhunde gelten als ruhige und ausgeglichene Hunde, die Schmerzen häufig lange verbergen. Deshalb lohnt es sich, auch kleine Veränderungen im Verhalten oder in der Bewegung ernst zu nehmen.

Achten Sie insbesondere auf folgende Warnzeichen:

  • Ihr Hund steht morgens langsamer auf.
  • Er vermeidet das Springen ins Auto oder auf erhöhte Flächen.
  • Spaziergänge fallen kürzer aus als früher.
  • Nach Belastung zeigt sich eine leichte Lahmheit.
  • Er legt sich häufiger hin oder bleibt öfter stehen.
  • Sie entdecken neue Knoten oder Schwellungen unter der Haut.
  • Der Bauch wirkt plötzlich aufgebläht.
  • Ihr Hund würgt, ohne dass Erbrochenes kommt.
  • Er frisst schlechter oder verliert Gewicht.
  • Sein Allgemeinzustand verschlechtert sich ohne erkennbare Ursache.

Gut zu wissen: Gerade bei großen Hunderassen werden erste Gelenkprobleme häufig mit dem Alter verwechselt. Veränderungen im Gangbild oder bei alltäglichen Bewegungen sollten dennoch tierärztlich abgeklärt werden.

Gesund leben mit einem Berner Sennenhund

Durch seine Körpergröße und sein Gewicht profitiert der Berner Sennenhund besonders von einer gelenkschonenden Lebensweise.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung hält Muskulatur und Gelenke fit.

Geeignet sind beispielsweise:

  • tägliche Spaziergänge
  • Wanderungen
  • Schwimmen
  • Nasenarbeit
  • moderates Muskeltraining

Sehr intensive Belastungen oder häufiges Springen sollten – insbesondere bei jungen oder älteren Hunden – vermieden werden.

Körpergewicht kontrollieren

Ein gesundes Gewicht gehört zu den wichtigsten Faktoren für die Gelenkgesundheit.

Bereits wenige zusätzliche Kilogramm erhöhen die Belastung von Hüften, Ellenbogen und Knien deutlich.

Gelenke entlasten

Rutschige Böden, häufiges Treppensteigen oder Sprünge aus dem Auto belasten die Gelenke unnötig.

Bei älteren Hunden oder bestehenden Gelenkproblemen können Rampen oder Einstiegshilfen den Alltag erleichtern.

Fellpflege nutzen

Das dichte Fell sollte regelmäßig gepflegt werden.

Dabei lassen sich häufig frühzeitig entdecken:

  • Hautveränderungen
  • Zecken
  • kleine Verletzungen
  • Schwellungen
  • Knoten

Gerade beim Berner Sennenhund kann diese regelmäßige Kontrolle hilfreich sein.

Fütterung und Magendrehung

Da Berner Sennenhunde zu den großen, tiefbrüstigen Rassen gehören, lässt sich das Risiko einer Magendrehung zwar nicht vollständig verhindern, einige Maßnahmen gelten jedoch als sinnvoll:

  • mehrere kleinere Mahlzeiten statt einer großen,
  • keine intensive Bewegung unmittelbar vor oder nach dem Fressen,
  • Futter langsam aufnehmen lassen,
  • ausreichend Ruhe nach den Mahlzeiten.

5 typische Fehler von Berner-Sennenhund-Besitzern

1. Übergewicht unterschätzen

Zusätzliche Kilos belasten Gelenke und Kreuzbänder erheblich und können bestehende Beschwerden verschlimmern.

2. Erste Lahmheiten als Alterserscheinung ansehen

Wenn Ihr Hund langsamer aufsteht oder kürzere Spaziergänge bevorzugt, steckt nicht automatisch nur das Alter dahinter.

3. Warnzeichen einer Magendrehung nicht erkennen

Ein aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen und starke Unruhe sind immer Warnzeichen, die sofort tierärztlich abgeklärt werden müssen.

4. Knoten nicht untersuchen lassen

Nicht jede Schwellung ist bösartig. Neue Knoten sollten jedoch grundsätzlich tierärztlich beurteilt werden.

5. Zu wenig Muskelaufbau

Eine gut entwickelte Muskulatur unterstützt die Gelenke und trägt dazu bei, den Bewegungsapparat langfristig zu entlasten.

Wann sollte Ihr Berner Sennenhund zum Tierarzt?

Eine tierärztliche Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn Ihr Hund:

  • plötzlich lahmt,
  • länger als ein bis zwei Tage humpelt,
  • starke Schmerzen zeigt,
  • neue Knoten entwickelt,
  • deutlich Gewicht verliert,
  • Bewegungen zunehmend vermeidet,
  • wiederholt Schwierigkeiten beim Aufstehen hat,
  • einen aufgeblähten Bauch zeigt,
  • erfolglos würgt oder speichelt,
  • Kreislaufprobleme entwickelt.

Wichtig: Bei Verdacht auf eine Magendrehung zählt jede Minute. Suchen Sie sofort eine Tierklinik auf.

Regeneration und Wohlbefinden

Nach orthopädischen Erkrankungen, Operationen oder intensiver körperlicher Belastung profitieren viele Berner Sennenhunde von ausreichend Zeit zur Regeneration. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, sollte individuell mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.

Je nach Situation können unter anderem hilfreich sein:

Einige Hundehalter nutzen ergänzend physikalische Anwendungen wie die BEMER Dog Line für Hunde, um das allgemeine Wohlbefinden und die Regeneration ihres Hundes zu unterstützen. Sie ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung.

Häufige Fragen zur Gesundheit beim Berner Sennenhund (FAQ)

Welche Krankheiten treten beim Berner Sennenhund besonders häufig auf?

Zu den häufiger beobachteten Gesundheitsthemen gehören Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie, Arthrose, Kreuzbandverletzungen, Magendrehungen und bestimmte Tumorerkrankungen.

Ist jeder Berner Sennenhund von Gelenkproblemen betroffen?

Nein. Viele Hunde bleiben lange beschwerdefrei. Eine genetische Veranlagung bedeutet lediglich, dass bestimmte Erkrankungen häufiger auftreten können.

Woran erkenne ich eine Magendrehung?

Typische Warnzeichen sind ein aufgeblähter Bauch, starke Unruhe, erfolgloses Würgen, vermehrtes Speicheln und Kreislaufschwäche. Eine Magendrehung ist immer ein tiermedizinischer Notfall.

Warum treten beim Berner Sennenhund häufiger Tumorerkrankungen auf?

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine bekannte rassespezifische Veranlagung für bestimmte Tumorarten. Regelmäßige Gesundheitskontrollen und das frühzeitige Untersuchen neuer Knoten sind daher besonders wichtig.

Welche Bewegung ist für Berner Sennenhunde sinnvoll?

Regelmäßige Spaziergänge, moderates Muskeltraining, Schwimmen und Nasenarbeit fördern die Beweglichkeit. Die Belastung sollte an Alter, Gewicht und Gesundheitszustand angepasst werden.

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